Jahresbericht 2014: Trotz höherer Patientenzahlen finanzieller Verlust

Angespannte Tarifsituation und Rückstellungen führen zu erstmaligem Verlust seit Verselbstständigung. Im Kantonsspital Aarau wurden 2014 sowohl ambulant als auch stationär mehr Patienten behandelt als im Vorjahr. Trotz dieser Steigerung weist die Kantonsspital Aarau AG in ihrer Jahresrechnung einen Verlust von CHF 30.8 Mio. aus. Dies ist auf die angespannte Tarifsituation und die damit im Zusammenhang stehenden Rückstellungen aufgrund neuer Risikoeinschätzung, eines tieferen CMI (Case-Mix Index) sowie hoher Investitions- und Personalkosten zurückzuführen.

Das Betriebsergebnis vor Abschreibung und Zinsen, der EBIT, ist mit CHF 5.3 Mio. positiv. Das bedeutet, dass das KSA mehr Geld eingenommen als ausgegeben hat und nach wie vor liquide ist. "Wer sind kein Sanierungsfall", betont denn auch CEO Dr. med. Robert Rhiner. Trotzdem weist die Jahresrechnung ein Minus in der Höhe von CHF 30.8 Mio. aus. Dieses Ergebnis setzt sich aus einem operativen Verlust von CHF 14.0 Mio., Rückstellungen von CHF 16.5 Mio. sowie den Zinsen und dem betriebsfremden und außerordentlichen Ergebnis in der Höhe von insgesamt CHF 0.3 Mio. zusammen.

2014 hat sich die Patientenstruktur verändert, d.h. der Schweregrad der Behandlungen, der Case Mix Index (CMI), ist gesunken. dies führte dazu, dass die stationären Erträge trotz höheren Patientenzahlen um -4% auf CHF 328.8 Mio. zurückgegangen sind. Im ambulanten Bereich konnten die Erträge erfreulicherweise um +7.9% auf CHF 197.4 Mio. gesteigert werden - trotz partieller Senkung der ambulanten Tarife, welche die Spitäler zugunsten der Hausarztmedizin zusätzlich unter Druck setzen. "Mit den Ertragssteigerungen im ambulanten Bereich konnten die stationären Rückgänge jedoch nicht ganz aufgefangen werden", erklärt Erwin Rieben, Leiter Finanzen und Controlling die Zahlen.

Der operative Verlust wird vor allem durch hohe Investitions- und Personalkosten verursacht. Letztere schlagen mit 2/3 des Aufwandes zu Buche. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung haben die angespannte finanzielle Situation des Kantonsspitals Aarau erkannt und im Hinblick auf den sich abzeichnenden Verlust im Rahmen des Budgetprozesses 2015 ein Massnahmenpaket geschnürt und verabschiedet. Dies mit dem Ziel, die Produktivität zu verbessern und die Finanzierung nachhaltig zu sichern. Ausserdem wurden verschiedene Investitionsprojekte überdacht. So wurden z.B. der Masterplan auf eine längere Zeitschiene gesetzt. Der ausgewiesene Verlust von CHF 30.8 Mio. wird via Gewinnreserven gedeckt.